Newsletter

PRIME VALUES – AKTUELL 02/2025

26. Juni 2025

Änderungen im Anlageuniversum

Das Ethik-Komitee hat für das Anlageuniversum der PRIME VALUES Fonds in den vergangenen Monaten unter anderem folgende Entscheidungen getroffen:

Boston Scientific Corp. (US) – Aufnahme

Die US-amerikanische Boston Scientific Corp. beschäftigt sich mit der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von medizinischen Geräten, insbesondere im kardiovaskulären Bereich, der Endoskopie, Urologie und Neuromodulation. Die Produkte haben aus gesellschaftlicher Sicht einen deutlichen Nutzen: Verbesserung der Gesundheitsversorgung und somit Lebensqualität. Allerdings adressieren sie keine ökologischen Herausforderungen und sind tendenziell eher mit viel Abfall und Ressourcenverbrauch verbunden. Der Kundenutzen wiederum wurde vom Ethik-Komitee als hoch eingeschätzt, da es sich um langlebige, hochspezialisierte und teilweise lebensverlängernde Produkte handelt.

Das Ethik-Komitee nahm das Unternehmen mit dem Prädikat „positiv“ ins Anlageuniversum auf.

Sandoz Group AG (CH) – Aufnahme

Sandoz ist eine multinationale Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Basel, die Generika und Biosimilars entwickelt, herstellt und vertreibt.

80 % der weltweit verkauften Medikamente sind nach Schätzungen Generika und Biosimilars, die dieselbe Wirkung wie die ursprünglichen Produkte erzielen, jedoch nur 30 % deren Kosten verursachen. Sandoz spielt in diesem Markt eine führende Rolle und trägt damit zur finanziellen Entlastung des Gesundheitswesens sowie zum verbesserten Zugang zu Medikamenten bei. Eine kritische Forschungsaktivität (z.B. Humane embryonale Stammzellenforschung) scheint nicht gegeben, gewisse Risiken im erweiterten Bereich werden durch Grundlagenforschung, Testverfahren, etc. im Bereich roter Gentechnik eingehegt durch höchste ethische Standards.

Das Ethik-Komitee attestiert Sandoz ein aus ethischer Sicht wertvolles Geschäftsmodell, eine integre Unternehmenskultur sowie überzeugende Nachhaltigkeitsstrategie und nimmt es mit dem Prädikat „positiv“ ins Anlageuniversum auf.

Top-Performer seit Jahresbeginn

Die Aktie von AXA SA (ISIN FR0000120628) hat in den vergangenen Monaten mitunter den besten Performancebeitrag für die PRIME VALUES Fonds generiert und seit Jahresbeginn in Euro um über
27 % zugelegt (Total Return, Stand 30.05.2025).

Das weltweit tätige Versicherungs- und Vermögensverwaltungsunternehmen mit Hauptsitz in Paris versichert vor allem die Lebens- und Eigentumsrisiken von Privaten und Unternehmen. Zudem ist Axa in der Vermögensverwaltung für Dritte mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von 880 Mrd. EUR tätig. Die Strategie von Axa, sich auf weniger kapitalintensive Produkte wie Schaden- und Unfallversicherung und auf wachstumsstärkere Märkte wie Asien zu konzentrieren, erscheint uns sinnvoll.

Unser Portfoliomanagement-Team hat das Unternehmen selektiert, da es eine starke Marke aufweist, weltweit aktiv ist und über ein breites Produktangebot und eine solide Bilanz verfügt. Ausserdem gehört das Unternehmen zu den europäischen Versicherern, die für digitale Innovationen sehr gut aufgestellt sind. Die Solvenz-II-Quote liegt weit über dem Zielwert, was stabile Kapitalrenditen unterstützt. Auch die Dividendenrendite von ca. 5% und die Gesamtkapitalrendite von ca. 7 % erachten wir als sehr attraktiv.

Der Qualitätstitel passt insofern sehr gut zur Arete-Investmentstrategie und konnte in den vergangenen Monaten mit weiteren Finanz- und Versicherungstiteln einen ansprechenden Perfor­mancebeitrag generieren.

Quelle Grafik: Bloomberg

Bewertung von Staatsanleihen:

Militärbudget im Fokus

Eine der größten Gefährdungen der Menschheit

In der Sitzung des Ethik-Komitees anlässlich des 30-jährigen Firmenjubiläums konnten sich ausgewählte Gäste nicht nur an der Diskussion der Einzeltitel beteiligen, sondern auch an der Auswahl der zu diskutierenden Themen. Rüstung und wie Arete die eigenen Ausschlusskriterien an die aktuelle politische Situation anpasst, stellten einen Schwerpunkt bei der Diskussion dar. Der Gedankenaustausch um den Ausschluss von Staaten aufgrund ihrer militärischen Ausgaben wurde intensiv und emotional geführt und erfreute sich einer grossen Beteiligung durch unsere Gäste.

89 Sekunden vor Mitternacht

Das grosse Interesse überrascht nicht: Blieben die weltweiten Rüstungsausgaben zwischen 2010 und 2017 mit rund USD 1700 Mrd. beinahe konstant, erhöhten sich diese im Zeitraum 2018 bis 2024 auf USD 2718 Mrd. Mit Blick auf die Weltuntergangsuhr des «Bulletin of the Atomic Scientists», die 1947 noch bei 7 min vor Mitternacht stand, wurde 2025 nun erstmals entgegen dem vorherigen Entspannungstrend der Höchstwert von nur noch 89 Sekunden vor Mitternacht erreicht.

Arete Ethik Invest AG hatte bisher Länder, deren Staatsanleihen für eine Investition in Frage kämen, u.a. dann ausgeschlossen, wenn deren Militärbudget regelmässig 2 % des BIP überstieg. Dem Ethik Research wie auch dem Komitee ist klar, dass aufgrund der aktuellen politischen Situation das Kriterium in absehbarer Zukunft nicht mehr für europäische Staaten haltbar sein wird. Es ist absehbar, dass das Militärbudget zahlreicher Staaten im Anlageuniversum dauerhaft die 2 %-Grenze des BIP übersteigen wird. Ist das ein Grund, das Kriterium anzupassen, wie es derzeit oft auch in den Medien zur Nachhaltigkeit diskutiert wird?

Auch im „gerechten Krieg“ gilt es ethisch falsche Verhaltensweisen auszuschließen

In Anbetracht der weiterhin unsichereren Weltlage erscheint eine Modifizierung des bisherigen BIP-Grenzwerts angemessen – jedoch nur unter zusätzlichen qualitativen Zusatzbedingungen. Bei internationalen Verträgen zu völkerrechtlich geächteten Waffensystemen ist die klare Erwartungshaltung des Komitees, dass die im Anlageuniversum geführten Länder sämtliche betreffenden, bereits bestehenden völkerrechtlichen Verträge unterschrieben und ratifiziert haben müssen. Fehlt die jeweilige Anerkennung zu auch nur einem einzigen dieser Verträge, hat ein Ausschluss zu erfolgen – auch wenn das Militärbudget unterhalb der 2 %-Grenze des BIPs liegt. Eine moderate Überschreitung der 2.0% wird in Zukunft möglich sein – dann gilt es jedoch besondere Strenge walten zu lassen bzgl. der neu hinzugefügten qualitativen Kriterien.

Gerade in Zeiten, in denen ein militärisches Wettrennen unser Verständnis einer guten Gesellschaft erschüttert, sollten wir uns an Theodor W. Adorno halten:

«Es gibt kein richtiges Leben im falschen»