Wirtschaft
Die globalen wirtschaftlichen Wachstumsperspektiven haben sich im zweiten Quartal abgeschwächt. Gegenüber dem rasanten Wachstum im letzten Jahr in den USA zeigt sich aktuell eine Verlangsamung. In Europa schienen sich die Frühindikatoren im ersten Quartal des laufenden Jahres noch zu stabilisieren, was aus heutiger Sicht aber nicht bestätigt werden kann.
Insbesondere der Industriesektor in Europa zeigt noch keine nachhaltige Verbesserung während sich der Dienstleistungssektor bisher relativ stabil entwickelte.
Die wirtschaftlichen Überraschungsindizes, die berechnen, ob die veröffentlichten Wirtschaftsdaten die Konsenserwartungen übertroffen oder verfehlt haben, unterstützen den aktuellen Trend, da sie in den letzten Wochen sowohl in den USA als auch in Europa in den negativen Bereich gefallen sind.
Positive Signale zeigen sich hingegen von Seiten der Inflationsentwicklung. In der ersten Jahreshälfte hat sich die erhoffte Abschwächung tendenziell weiter fortgesetzt und damit den Weg für weitere Zinssenkungen geebnet.
Überraschungsindizes negativ

Frühindikatoren (PMI) finden kein Momentum

Aktien
Die US-Indizes konnten im zweiten Quartal, trotz anfänglicher Schwäche, neue Höchststände markieren. Der S&P 500 verzeichnete auf EUR-Basis einen Wertzuwachs von 4,9 %. In Europa fiel die Bilanz nicht so erfreulich aus. Der STOXX 600 verlor im Laufe des 2. Quartals 1,1 %.
Insbesondere der Ausgang der Europawahlen im Juni und die damit in Verbindung stehende Ausrufung von Neuwahlen in Frankreich belastete den Europäischen Aktienmarkt.
In den USA hingegen wirkte sich die anhaltende Phantasie hinsichtlich der künstlichen Intelligenz, solide Unternehmensergebnisse und abschwächende US-Wirtschaftsdaten, die die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen wieder anheizte, kursunterstützend aus.
Aktienmarktentwicklung – USA und Europa (in EUR)

Anleihen
Nachdem die Anleiherenditen in den letzten Monaten des vergangenen Jahres noch deutlich nachgaben, stiegen diese im ersten Halbjahr 2024 sukzessive wieder an. Auch im 2. Quartal zeichnete sich noch kein Trendwechsel ab. Lediglich die überraschende Ankündigung von Neuwahlen in Frankreich, die dem Rechtsruck bei den Europawahlen geschuldet war, sorgte für eine, zumindest kurzfristige, Verschnaufpause.
Die Angst vor einem möglichen «Frexit» (hypothetischer Austritt Frankreichs aus der EU) führte zu einer vorübergehenden Flucht in Qualität und unterstützte risikoärmere Vermögenswerte, während risikobehaftetere Anleihen, wie Pfandbriefe und Unternehmensanleihen, deutlich nachgaben. Bei französischen Staatsanleihen fiel der Rückgang der Renditen im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen deutlich geringer aus, was in dieser Phase zu einer Renditedifferenz der beiden Staatspapiere führte, die seit 2012 nicht mehr so groß war.
Staatsanleiherendite Deutschland

Ausblick
Auch wenn sich die Inflation noch nicht auf die Zielmarke von 2 %, die von den Notenbanken angestrebt wird, eingependelt hat, rücken erste Zinssenkungen in immer greifbarere Nähe.
Mit den erwarteten ersten Zinssenkungen im 2. Halbjahr in den USA könnten auch neue Wachstumsimpulse einhergehen, was die Gefahr einer möglichen Rezession entschärft.
Eine Fortsetzung der positiven Aktienmarktentwicklung im zweiten Halbjahr, scheint, angesichts des sich verbessernden Zinsumfeldes und der erwarteten Fortführung des KI-Booms durchaus möglich. Außerdem sind Wahljahre in den USA in der Regel auch immer gute Aktienjahre. Anleiheseitig rechnen wir aufgrund der nachlassenden restriktiven Geldpolitik mit sinkenden Renditen, was die Erwirtschaftung eines positiven Ertrags mit Rentenpapieren ermöglichen sollte.
AKTIENMÄRKTE |
31.12.2023 – 30.06.2024 |
|---|---|
| Aktien Welt (USD) | +15.7% |
| Aktien Schweiz (CHF) | +5.4% |
| Aktien Europa (EUR) | +11.2% |
| Aktien Deutschland (EUR) | +8.9% |
ANLEIHENMÄRKTE |
31.12.2023 – 30.06.2024 |
|---|---|
| Anleihen global | -0.2% |
| Anleihen Euro | -1.2% |
| Staatsanleihen Euro | -2.0% |
| Unternehmensanleihen Euro | +0.5% |
ALTERNATIVE ANLAGE |
31.12.2023 – 30.06.2024 |
|---|---|
| Gold (USD, pro Unze) | +12.8% |
| Rohöl (WTI) | -13.8% |
WÄHRUNGEN |
31.12.2023 – 30.06.2024 |
|---|---|
| EUR / CHF | +3.7% |
| EUR / USD | -3.0% |
| EUR / JPY | +10.7% |
Daten per 30.06.2024
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