Fonds-Klassierungen (nicht abschließende Aufzählung)

  • Ethikfonds
  • Öko-Pionier-Fonds
  • Öko-Effizienz-Fonds
  • Öko-Leader-Fonds
  • Umwelttechnologiefonds
  • Nachhaltigkeitsfonds
  • Microfinance-Fonds

Ethikfonds

investieren nach Ausschluss (Negativ-) und Positivkriterien und setzen den Schwerpunkt auf Unternehmen, welche sich für die soziale Gestaltung der Stakeholderbeziehungen einsetzen und gleichzeitig die Entwicklung ökologisch innovativer Produkte vorantreiben. Ein zentrales Element der meisten Ethikfonds ist die Berücksichtigung von Ausschlusskriterien. Im historischen Kontext waren religiöse Motive führend für die Entwicklung von Ethikfonds. Heutzutage umfassen die meisten Ethikfonds sowohl Sozial- als auch Umweltkriterien.

Öko-Pionier-Fonds

investieren in Unternehmen, welche die umweltfreundliche Weiterentwicklung von bestehenden Produktionsverfahren oder Produkten vorantreiben.

Öko-Effizienz-Fonds

legen ihr Geld in Wertpapieren von Unternehmen an, die Ressourcen sparsam einsetzen und Schadstoff-Emissionen reduzieren.

Öko-Leader-Fonds

investieren in Unternehmen, die im Vergleich zur Konkurrenz in der Branche die geringste Umweltbelastung verursachen und auch sozial führend sind.

Umwelttechnologiefonds / Themenfonds (z.B. Wasserfonds, Neue Energien Fonds)

beinhalten Unternehmen, die sich auf nachhaltige Umwelttechnologien spezialisiert haben. Dazu gehören oft Filter-, Recycling- oder Wasseraufbereitungsanlagen. Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien sind oft in solchen Fonds enthalten. Die stark technologiegetriebenen Auswahlmethoden vernachlässigen oft ethische Aspekte.

Nachhaltigkeitsfonds

werden viele der obgenannten Fonds genannt und dient oft als Sammelbegriff jeglicher Art prinzipiengeleiteter Anlagen. Bei der Selektion werden Beziehungen des Unternehmens zur Umwelt, den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit geprüft.

Microfinance-Fonds

Microfinance-Fonds stellen Finanzdienstleistungen für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen (meist in Entwicklungsländern) durch spezialisierte Finanzinstitutionen zur Verfügung. In der Regel handelt es sich um die Vergabe von ungesicherten Kleinstkrediten an Personen, die nicht mit traditionellen Bankdienstleistungen versorgt werden und sie sich damit ein Startkapital sichern können.

Titel-Auswahlverfahren bei Fonds

Die Auswahl geeigneter Titel erfolgt mittels eines so genannten Screenings. Dieser Prozess beinhaltet die Beobachtung, Untersuchung, Bewertung und letztendlich Selektion von Unternehmen in Bezug auf deren soziale und ökologische Verhaltensweisen. Die folgenden Hauptverfahren werden heute teilweise isoliert, immer häufiger jedoch als Hybridform angewendet:

Ausschlusskriterien (Negativkriterien)

Bei diesem Verfahren werden negative Beurteilungskriterien angewendet, sogenannte Ausschlusskriterien. Diese Kriterien können entweder

  • branchenspezifisch (Kernenergie, Rüstung, Tabak, Spielgewerbe, Gentech, etc. ),
  • Stakeholder bezogen (Raubbau natürlicher Ressourcen, Zwangsarbeit, Diskriminie¬rung von Minderheiten, etc.) oder
  • länderspezifisch (Menschenrechtsmissachtungen, diktatorische Regimes, Atomwaffen, Todesstrafe, etc.) sein.

Der Fonds vermeidet es, Aktien/Anleihen von solchen Unternehmen und Staaten zu kaufen.

Positivkriterien

Bei diesem Verfahren werden positive Beurteilungskriterien definiert, welche vom Unternehmen/Emittenten erfüllt werden müssen. Kriterien sind beispielsweise:

  • Umweltpolitik
  • Ökologische Produktqualität
  • Prozessorientierter Umweltschutz
  • Umgang mit Kunden und Lieferanten
  • Produktsicherheit
  • Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter
  • Arbeits- und Sozialstandards
  • Transparenz und Berichterstattung, etc.

Ziel ist es, Unternehmen zu finden, die sich durch besonderes Engagement in ethisch-nachhaltigen Aspekten profilieren.

ESG-Integration

Explizite Einbeziehung von ESG-Kriterien (Environmental – Social – Governance) und ESG-Risiken in die traditionelle Finanzanalyse. Hauptmotivation ist die Berücksichtigung von ESG-Faktoren, die eine finanzielle Relevanz aufweisen (auch Materialität genannt).

Best-in-Class-Ansatz

Dieses Auswahlverfahren ist eine besondere Ausprägung des Screenings nach Positivkriterien. Hierbei wird nach Unternehmen gesucht, die im Vergleich zu ihren Konkurrenten in derselben Branche ein besseres Nachhaltigkeitsprofil aufweisen. Best-in-Class bedeutet nicht automatisch, dass die Unternehmen optimale Ergebnisse erzielen. Sie sind lediglich relativ zu ihren Branchenkonkurrenten gesehen führend. Investoren verknüpfen zunehmend Best-in-Class-Modelle mit Negativkriterien.

Engagement

Das Engagement beschreibt den aktiven und meist längerfristigen Dialog zwischen Investoren und Unternehmen mit dem Ziel, die Unternehmensführung zu einem nachhaltigeren Verhalten zu motivieren. Eine Variante des Engagements ist die Ausübung der Stimmrechte an Hauptversammlungen und ggfs. das Einbringen von Aktionärsanträgen. In der Schweiz ist die Stiftung Ethos wie auch der Verein Actares diesbezüglich führend, in Deutschland bekannt ist der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.